Was macht ein Bauleiter für die Wohnungsmodernisierung?
Im Mittelpunkt steht die Sanierung bestehender Wohnungen: neue Bäder, Elektro- und Leitungsstränge, Fenster, Fassadendämmung, Heizungsumstellung oder die komplette Herrichtung einer leer gezogenen Wohnung für die Neuvermietung. Vor Baubeginn nimmt der Bauleiter den Bestand auf, misst Räume aus, prüft Leitungen und Bausubstanz und klärt, ob Schadstoffe wie Asbest oder alte Mineralwolle zu erwarten sind. Daraus entstehen Leistungsverzeichnisse, Angebotsvergleiche und ein Bauzeitenplan. Während der Bauphase steuert er Fliesenleger, Installateure, Elektriker, Maler und Trockenbauer so, dass sie sich nicht im Weg stehen, kontrolliert die Ausführung, führt das Bautagebuch und prüft Rechnungen. Am Ende stehen Abnahme, Mängelverfolgung und die Übergabe an die Hausverwaltung. Ein großer Teil der Arbeit ist Kommunikation: Mieter müssen über Lärm, Wasserabstellungen und Termine informiert werden, Beschwerden landen beim Bauleiter.
Wie wird man Bauleiter für die Wohnungsmodernisierung?
Einen eigenen Ausbildungsberuf gibt es nicht. Viele kommen über eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker für Bautechnik oder über einen Meisterbrief im Bau- oder Ausbauhandwerk, etwa als Maurer, Installateur oder Maler. Andere haben Bauingenieurwesen oder Architektur studiert. In der Modernisierung ist praktische Erfahrung besonders wertvoll, deshalb steigen auch erfahrene Gesellen nach einigen Jahren als Vorarbeiter oder Objektbetreuer in die Bauleitung auf. Wohnungsunternehmen stellen gelegentlich auch Immobilienkaufleute mit technischem Hintergrund ein. Kenntnisse in VOB, Gebäudeenergiegesetz und Arbeitsschutz werden meist im Beruf und über Lehrgänge erworben.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf verbindet Büroarbeit mit vielen Baustellenbesuchen, oft mehrere am Tag und verteilt über ein Stadtgebiet. Der Zeitdruck ist hoch, weil leer stehende Wohnungen keine Miete bringen und bewohnte Wohnungen nicht lange ohne Bad oder Heizung bleiben können. Handwerksbetriebe sind knapp, Termine platzen, Material kommt zu spät. Gleichzeitig verlangen Mieter, Eigentümer und Geschäftsführung Verlässlichkeit. Gespräche mit verärgerten oder überforderten Bewohnern, auch älteren Menschen, gehören dazu und kosten Kraft. Die Arbeitszeiten liegen meist tagsüber, Überstunden in Spitzenphasen sind üblich. Wer Verantwortung für Budgets und Haftungsfragen scheut oder Konflikte meidet, tut sich schwer.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und dürfte es bleiben. Ein großer Teil des Wohnungsbestands stammt aus den Jahrzehnten vor 1990 und muss energetisch und technisch erneuert werden, zugleich wird weniger neu gebaut. Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften und Sanierungsbetriebe suchen dauerhaft Personal. Entwicklungswege führen zur Oberbauleitung, zur Leitung einer Technikabteilung im Wohnungsunternehmen, in die Projektsteuerung oder in die Selbstständigkeit als Bauunternehmer oder Sachverständiger. Spezialisierungen etwa im Schadstoffmanagement oder in der energetischen Sanierung erhöhen die Chancen zusätzlich.