Was macht ein Objektbetreuer?
Objektbetreuer sind das Bindeglied zwischen Eigentümer, Verwaltung, Mietern und Handwerksfirmen. Sie fahren oder gehen ihre Objekte regelmäßig ab, prüfen Treppenhäuser, Keller, Dächer, Außenanlagen, Beleuchtung, Aufzüge und Heizungsanlagen und halten fest, was nicht in Ordnung ist. Tropfende Wasserhähne, klemmende Türschließer, defekte Leuchtmittel oder verstopfte Abläufe erledigen sie meist selbst. Größere Schäden melden sie der Verwaltung, holen Angebote ein, beauftragen Firmen und kontrollieren die ausgeführte Arbeit.
Dazu kommt der organisatorische Teil: Ablesungen von Zählern, Wohnungsübergaben und -abnahmen mit Protokoll, Schlüsselverwaltung, Überwachung von Reinigungs-, Grün- und Winterdienstfirmen, Kontrolle der Verkehrssicherheit auf den Grundstücken. Ein erheblicher Teil des Tages besteht aus Kommunikation, oft telefonisch: Mieter melden Mängel, beschweren sich über Nachbarn oder über die Müllsituation, Verwalter fragen nach dem Stand einer Reparatur. Vieles wird heute in einer Software dokumentiert, mit Fotos und Zeitstempel, weil im Streitfall der Nachweis zählt.
Wie wird man Objektbetreuer?
Es gibt keine eigene Ausbildung für diesen Beruf. Der übliche Weg führt über eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung, häufig in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, in der Elektrotechnik, im Maler-, Tischler- oder Metallhandwerk. Wer aus dem kaufmännischen Bereich oder aus der Immobilienwirtschaft kommt, wird eher für die verwaltungsnahen Objektbetreuungsstellen genommen, bei denen handwerkliche Arbeiten komplett an Fremdfirmen gehen. Quereinstieg ist verbreitet, verlangt aber praktische Fähigkeiten, die man belegen kann. Weiterbildungen zum geprüften Hausmeister, zur Fachkraft für Gebäudemanagement oder zum Immobilienfachwirt verbessern die Position deutlich. Ein Führerschein der Klasse B ist fast immer Bedingung, weil mehrere Objekte betreut werden.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet bei jedem Wetter statt und ist körperlich fordernd: Treppen, Leitern, Kellergänge, Streu- und Räumarbeiten im Winter, Sperrmüll wegräumen. Rufbereitschaft an Wochenenden und nachts gehört bei vielen Arbeitgebern dazu, ebenso der frühe Dienstbeginn bei Schneefall. Objektbetreuer arbeiten weitgehend allein und müssen selbst entscheiden, was dringend ist und was warten kann. Unangenehm ist der Umgang mit Konflikten: Mietern, die nichts akzeptieren, Vermüllung, gelegentlich verwahrloste Wohnungen oder Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern. Die Zahl der betreuten Einheiten pro Person ist bei vielen Dienstleistern hoch, entsprechend eng ist der Zeitplan. Wer Wert auf abgeschlossene Arbeitstage legt, findet das schwierig, weil ständig Neues dazwischenkommt.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in Ballungsräumen hoch. Wohnungsunternehmen, Verwaltungen und Facility-Dienstleister suchen laufend Personal, besonders solches mit technischer Ausbildung und Erfahrung in Heizungs- oder Elektroanlagen. Entwicklungswege führen zum Objektleiter mit mehreren unterstellten Kräften, zur technischen Objektbetreuung mit Schwerpunkt Instandhaltungsplanung oder in die Immobilienverwaltung. Bei kommunalen Wohnungsgesellschaften und im öffentlichen Dienst sind die Bedingungen und die Bezahlung in der Regel besser als bei privaten Dienstleistern, dafür ist der Zugang enger.