Trainee Finanzberater
Trainee Finanzberater durchlaufen ein ein- bis zweijähriges Einstiegsprogramm bei Banken, Versicherungen oder Finanzvertrieben und lernen dabei, Privat- oder Firmenkunden zu Anlage, Vorsorge und Finanzierung zu beraten. Am Ende steht meist die Übernahme in einen eigenen Kundenbestand.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Trainee Finanzberater verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.300 € | 4.000 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.400 € | 4.200 € | 5.500 € | 50.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.500 € | 5.800 € | 9.000 € | 69.600 € |
Bei Banken und Sparkassen richtet sich das Gehalt nach dem TVöD-S beziehungsweise dem Tarifvertrag für das private Bankgewerbe und ist damit gut planbar. In Finanzvertrieben und Versicherungsagenturen ist der variable Anteil dagegen oft groß, teilweise arbeiten Berater dort nach dem Traineeprogramm selbstständig auf Provisionsbasis, was die Spanne nach oben wie nach unten stark öffnet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Trainee Finanzberater?
Ein Trainee Finanzberater lernt den Beratungsalltag, indem er ihn schrittweise übernimmt. In den ersten Monaten begleitet er erfahrene Berater in Kundengespräche, protokolliert, bereitet Unterlagen vor und rechnet Angebote durch. Später führt er eigene Termine, zunächst zu einfachen Themen wie Girokonto, Ratenkredit oder einer kleinen Fondssparrate, danach zu Altersvorsorge, Baufinanzierung oder Vermögensanlage.
Dazu kommt viel Arbeit am Bildschirm: Kundendaten pflegen, Haushaltsrechnungen erstellen, Bonität prüfen, Produktvergleiche ziehen, Beratungsprotokolle schreiben. Die regulatorische Dokumentation nimmt einen erheblichen Teil der Zeit ein und ist nicht verhandelbar. Parallel läuft die Ausbildungsschiene: Präsenzwochen in der Akademie, Onlinemodule, Prüfungen zu Wertpapieren, Versicherungen und Kreditrecht.
In Vertrieben und bei Versicherern gehört Akquise früh dazu. Trainees telefonieren Bestandskunden ab, arbeiten Empfehlungslisten durch, betreuen Messestände. Wie stark der Vertriebsdruck ist, unterscheidet die Programme deutlich voneinander.
Wie wird man Trainee Finanzberater?
Der übliche Weg führt über ein abgeschlossenes Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsrecht oder einem verwandten Fach. Genauso verbreitet ist der Einstieg nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann oder Versicherungskaufmann, oft verbunden mit einigen Jahren Servicetätigkeit. Ein Teil der Häuser nimmt auch Quereinsteiger aus dem Vertrieb, dem Einzelhandel oder anderen kundennahen Berufen, wenn Auftreten und Lernbereitschaft stimmen.
Das Programm dauert in der Regel zwölf bis vierundzwanzig Monate. Fachlich verlangt der Gesetzgeber Nachweise: die Sachkunde nach Paragraf 34d oder 34f Gewerbeordnung für Versicherungs- und Anlagevermittlung, bei Banken die Registrierung als Anlageberater bei der BaFin. Diese Qualifikationen werden im Traineeprogramm erworben, die Prüfungen sind ernst zu nehmen.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf lebt von Zahlen und von Menschen zugleich. Wer Prozentrechnung, Zinseszins und Steuerlogik nicht mag, wird unglücklich. Wer nicht gern mit Fremden über Geld, Krankheit, Tod und Scheidung spricht, ebenso nicht, denn Vorsorgeberatung berührt genau diese Themen.
Zielvorgaben sind Alltag. In Banken sind sie meist moderat und in Teamziele eingebettet, in Strukturvertrieben können sie den Arbeitstag bestimmen. Ein Teil der Programme endet mit einem selbstständigen Handelsvertreterstatus, in dem das Einkommen fast vollständig von Abschlüssen abhängt. Das sollte vor Vertragsunterschrift geklärt sein.
Die Arbeitszeiten liegen überwiegend im normalen Rahmen, Kundentermine am Abend und gelegentlich samstags kommen aber vor. Reisetätigkeit gibt es im Außendienst regelmäßig. Belastend sind vor allem der Prüfungsdruck während der Ausbildungsphase und die Erfahrung, dass viele Gespräche ohne Ergebnis bleiben.
Aussichten
Banken und Versicherer suchen Nachwuchs, weil eine große Zahl von Beratern in den nächsten Jahren in Rente geht. Gleichzeitig schrumpft das Filialnetz, und Standardgeschäft wandert in Apps. Gefragt bleibt vor allem die Beratung dort, wo es komplex wird: Baufinanzierung, Firmenkunden, Vermögensverwaltung, betriebliche Altersvorsorge.
Nach dem Traineeprogramm folgt meist die Übernahme als Kundenberater mit eigenem Bestand. Von dort führen Wege in die Vermögensberatung, ins Firmenkundengeschäft, in die Teamleitung oder in Spezialrollen wie Wertpapierberatung und Nachfolgeplanung. Weiterqualifizierungen wie Bankfachwirt, Bankbetriebswirt oder Certified Financial Planner erweitern den Spielraum spürbar.
Aufgaben
- Beratungsgespräche vorbereiten und mit erfahrenen Kollegen begleiten
- eigene Kundentermine zu Konto, Kredit und Vorsorge führen
- Bedarfsanalysen und Haushaltsrechnungen erstellen
- Produkt- und Tarifvergleiche rechnen und Angebote aufbereiten
- Beratungsprotokolle und Dokumentation nach gesetzlichen Vorgaben führen
- Bestandskunden telefonisch ansprechen und Termine vereinbaren
- an Schulungsmodulen und Sachkundeprüfungen teilnehmen
- Kundendaten im CRM-System pflegen
Voraussetzungen
- abgeschlossenes wirtschaftswissenschaftliches Studium oder kaufmännische Ausbildung, häufig als Bank- oder Versicherungskaufmann
- sicherer Umgang mit Zahlen, Zins- und Prozentrechnung
- Bereitschaft, Sachkundenachweise nach Gewerbeordnung oder eine BaFin-Registrierung zu erwerben
- Freude an Gesprächen mit fremden Menschen und Belastbarkeit bei Absagen
- einwandfreie Schufa-Auskunft und polizeiliches Führungszeugnis
- Führerschein Klasse B für Außendiensttätigkeiten
- gutes sprachliches Ausdrucksvermögen in Wort und Schrift
Wo man arbeitet
- Filialen von Sparkassen, Genossenschafts- und Privatbanken
- Versicherungsgesellschaften und deren Agenturen
- Finanzvertriebe und Maklerhäuser
- Bausparkassen
- unabhängige Beratungsgesellschaften
Der Weg in den Beruf
Der Einstieg erfolgt über ein strukturiertes Traineeprogramm von zwölf bis vierundzwanzig Monaten, das Praxisphasen im Kundengeschäft mit Akademiemodulen verbindet. Voraussetzung ist meist ein wirtschaftsnahes Studium oder eine abgeschlossene Bank- beziehungsweise Versicherungsausbildung. Während des Programms werden die gesetzlich verlangten Sachkundenachweise erworben, danach folgt in der Regel die Übernahme als Kundenberater mit eigenem Bestand.
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