Was macht ein Tax Manager?
Tax Manager kümmern sich um alles, was ein Unternehmen an Steuern schuldet, meldet und zurückstellt. Der Alltag besteht aus der Vorbereitung und Prüfung von Steuererklärungen für Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer, aus der Abstimmung von Steuerkonten mit der Finanzbuchhaltung und aus der Berechnung laufender und latenter Steuern für Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse nach HGB und oft auch IFRS.
Dazu kommt Beratung im Haus. Der Einkauf will wissen, wie eine Lieferkette über drei Länder umsatzsteuerlich zu behandeln ist, die Personalabteilung fragt nach der Besteuerung von Dienstwagen und Entsendungen, die Geschäftsführung nach den Folgen einer geplanten Umstrukturierung. Tax Manager schreiben dazu Stellungnahmen, holen bei komplexen Fragen externe Berater hinzu und dokumentieren die Ergebnisse prüfungsfest. Betriebsprüfungen begleiten sie von der Anforderungsliste bis zur Schlussbesprechung. In Konzernen gehören Verrechnungspreisdokumentation, Meldepflichten und die Pflege steuerlicher Prozesse in SAP oder anderen Systemen dazu.
Wie wird man Tax Manager?
Der übliche Weg führt über ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsrecht oder Rechtswissenschaft mit Schwerpunkt Steuern. Danach folgen einige Jahre in einer Steuerberatungs- oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder direkt in einer Steuerabteilung. Die Bezeichnung Tax Manager ist nicht geschützt; entscheidend sind Erfahrung und Nachweise.
Das Steuerberaterexamen ist in vielen Ausschreibungen gefordert oder mindestens erwünscht. Es setzt je nach Vorbildung zwei bis drei Jahre praktische Tätigkeit voraus und gilt als eine der schwersten Berufsprüfungen in Deutschland, mit Durchfallquoten um die Hälfte. Ein Quereinstieg ist möglich für Steuerfachwirte und Bilanzbuchhalter, die sich über Jahre in einer Steuerabteilung hochgearbeitet haben, sowie für Juristen mit steuerlichem Schwerpunkt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist detailgetrieben und rechtlich anspruchsvoll. Steuerrecht ändert sich laufend, durch Gesetze, Verwaltungsanweisungen und Urteile; wer nicht regelmäßig liest, verliert den Anschluss. Fehler haben Geld- und Haftungsfolgen, deshalb ist die Dokumentation genauso wichtig wie das Ergebnis.
Die Arbeitszeiten sind büroüblich, aber ungleich verteilt. Abschlussphasen, Erklärungsfristen und laufende Betriebsprüfungen erzeugen Spitzen mit langen Tagen. In Beratungsgesellschaften ist die Belastung höher als in einer Konzernsteuerabteilung. Wer schnelle sichtbare Ergebnisse braucht, wird sich schwertun: viele Themen ziehen sich über Monate, und ein guter Teil der Arbeit besteht darin, Zahlen anderer Abteilungen zu verstehen und Widersprüche aufzulösen. Verhandlungssicheres Englisch ist in internationalen Unternehmen Voraussetzung.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in den letzten Jahren gestiegen, weil Melde- und Dokumentationspflichten zunehmen und viele Unternehmen Aufgaben aus der Beratung ins Haus holen. Fachkräfte mit Steuerberaterexamen und Erfahrung im internationalen Steuerrecht sind schwer zu finden.
Entwicklungswege führen zur Leitung einer Steuerabteilung, zur Spezialisierung auf Umsatzsteuer, Verrechnungspreise oder Transaktionen, in die Partnerschaft einer Beratungsgesellschaft oder in eine eigene Praxis. Der Wechsel zwischen Beratung und Industrie ist in beide Richtungen üblich und oft mit einem Sprung in Verantwortung verbunden.