Was macht ein Steuerassistent?
Steuerassistenten arbeiten in Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und bereiten die Arbeit vor, die am Ende ein Steuerberater unterschreibt. Sie erstellen Jahresabschlüsse für Einzelunternehmen, Personen- und Kapitalgesellschaften, fertigen Einkommensteuer-, Körperschaftsteuer-, Gewerbesteuer- und Umsatzsteuererklärungen an und prüfen Steuerbescheide auf Abweichungen. Dazu kommt die Bearbeitung der laufenden Finanzbuchhaltung größerer Mandate, die Abstimmung von Konten, die Klärung offener Posten und der Schriftverkehr mit Finanzämtern.
Ein großer Teil des Alltags besteht aus Arbeit mit Software, meist DATEV, und mit Mandantenunterlagen, die unvollständig sind. Wer welche Belege noch nachliefern muss, ist eine wiederkehrende Frage. Hinzu kommen fachliche Recherchen zu einzelnen Sachverhalten, etwa zur Abgrenzung von Herstellungskosten oder zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Auslandsgeschäften, und die Vorbereitung von Stellungnahmen. Mit steigender Erfahrung übernehmen Steuerassistenten eigene Mandate, führen Erstgespräche und begleiten Betriebsprüfungen.
Wie wird man Steuerassistent?
Der übliche Weg ist ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsrecht oder Steuerrecht mit Schwerpunkt Steuern und Rechnungswesen, als Bachelor oder Master. Auch duale Studiengänge und Studiengänge mit integrierter Steuerberaterausbildung führen in den Beruf. Wichtig ist dabei nicht der Titel des Abschlusses, sondern der Anteil an Steuer- und Bilanzierungsmodulen, weil die Zulassung zum Steuerberaterexamen an Studiendauer und Berufspraxis geknüpft ist.
Ein zweiter Weg führt über die Ausbildung zum Steuerfachangestellten und die anschließende Fortbildung zum Steuerfachwirt. Wer diesen Weg geht, arbeitet fachlich oft auf gleichem Niveau, trägt aber nicht immer die Bezeichnung Steuerassistent. Quereinsteiger aus dem Rechnungswesen ohne steuerliche Vorbildung haben es schwer, weil das Fachwissen sehr spezifisch ist.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist ausgesprochen saisonal. Zwischen Januar und Mai, wenn Abschlüsse und Erklärungen fällig werden, sind Überstunden die Regel, in manchen Kanzleien deutlich. Danach entspannt sich die Lage. Wer parallel auf das Steuerberaterexamen lernt, verbringt zusätzlich Abende und Wochenenden mit Lehrgängen; die Durchfallquoten sind hoch und der zweite Anlauf keine Seltenheit.
Fachlich verlangt der Beruf Genauigkeit über lange Strecken und die Bereitschaft, sich fortlaufend in geänderte Gesetze und Rechtsprechung einzuarbeiten. Der Umgang mit Mandanten reicht von gut vorbereiteten Unternehmern bis zu Menschen, die Belege im Schuhkarton bringen und Fristen ignorieren. Wer ausschließlich mit Zahlen arbeiten will, wird von diesem Teil überrascht. Die Tätigkeit ist überwiegend sitzend am Bildschirm.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Steuerberatungskanzleien finden seit Jahren zu wenig qualifizierten Nachwuchs, gleichzeitig geht eine große Zahl von Kanzleiinhabern in den Ruhestand. Wer das Steuerberaterexamen besteht, hat sehr gute Aussichten auf eine Position als Berufsträger, eine Partnerschaft oder eine eigene Kanzlei. Auch ohne Examen führen Wege in die Leitung einer Abteilung, in die Steuerabteilung eines Unternehmens oder in die Spezialisierung, etwa auf internationales Steuerrecht, Umsatzsteuer oder Unternehmensnachfolge. Digitalisierung und automatisierte Buchführung verändern die einfachen Tätigkeiten stark, verschieben die Arbeit aber eher zur Beratung als dass sie sie abschaffen.