Was macht ein Projektleiter Elektrotechnik?
Ein Projektleiter Elektrotechnik übernimmt ein Bauvorhaben meist nach der Auftragsvergabe und begleitet es bis zur Abnahme. Dazu gehört, Pläne und Leistungsverzeichnisse zu prüfen, Material zu bestellen, Monteure einzuteilen und Nachunternehmer zu beauftragen. Auf der Baustelle stimmt er sich mit Bauleitung, Architekten und anderen Gewerken wie Heizung, Lüftung und Sanitär ab. Ein großer Teil der Arbeit ist kaufmännisch: Kosten überwachen, Aufmaße erstellen, Nachträge kalkulieren und durchsetzen, Abschlagsrechnungen stellen. Hinzu kommen Baubesprechungen, Protokolle, Mängelmanagement und die Dokumentation für die Abnahme, etwa Prüfprotokolle nach VDE. In München ist viel Arbeit im Bereich Büro- und Wohnungsbau, Rechenzentren, Krankenhäuser und Infrastruktur angesiedelt, zunehmend auch Photovoltaik, Ladeinfrastruktur und Gebäudeautomation.
Wie wird man Projektleiter Elektrotechnik?
Einen festen Ausbildungsweg gibt es nicht. Üblich ist eine abgeschlossene Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik mit anschließender Weiterbildung zum Elektrotechnikermeister oder zum staatlich geprüften Techniker. Ebenso verbreitet ist ein Bachelorstudium in Elektrotechnik, Gebäudetechnik oder Energietechnik. Wer studiert hat, steigt oft als Projektingenieur oder Junior-Projektleiter ein und übernimmt nach einigen Jahren eigene Projekte. Quereinsteiger kommen meist aus der Montage: Erfahrene Obermonteure oder Bauleiter wachsen mit der Zeit in die Rolle hinein, wenn der Betrieb sie fördert. Kenntnisse in VOB, Kalkulation und Software wie AVA-Programmen oder CAD werden in der Regel im Beruf erworben.
Was der Beruf verlangt
Die Stelle verbindet Technik, Organisation und Verhandlung. Wer gern selbst montiert, vermisst oft die praktische Arbeit, denn der Alltag besteht aus Telefonaten, E-Mails, Besprechungen und Baustellenbegehungen. Termindruck ist ständig vorhanden, weil Elektrotechnik am Bau häufig am Ende der Kette steht und Verzögerungen anderer Gewerke aufholen muss. Konflikte mit Bauherren über Nachträge oder Mängel gehören dazu. Oft werden mehrere Projekte parallel betreut. Die Arbeitszeit liegt meist tagsüber, Überstunden vor Fertigstellungsterminen sind aber üblich. Im Großraum München kommen lange Fahrten zwischen Büro und Baustellen hinzu. Verantwortung für Budgets im sechs- bis siebenstelligen Bereich und für Personal kann belasten.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch. Energiewende, Sanierung, Rechenzentren und Elektromobilität erzeugen viele Aufträge, während Fachkräfte mit Projekterfahrung knapp sind. Gerade im Raum München suchen Elektrobetriebe, Generalunternehmer und Planungsbüros dauerhaft. Mit Erfahrung führen Wege zur Oberbauleitung, Abteilungs- oder Niederlassungsleitung. Andere wechseln in die Fachplanung, zu Bauherren auf die Auftraggeberseite oder machen sich mit einem Meistertitel selbstständig.