Kfz-Mechatroniker
Kfz-Mechatroniker warten und reparieren Fahrzeuge, suchen Fehler in Mechanik und Elektronik und bauen Zubehör ein. Der Beruf verbindet Schrauben mit Diagnosetechnik am Computer.
- Offene Stellen
- 4
- Monatsbrutto
- 2.300 – 4.800 €
Kfz-Monteure für Fahrzeugglas reparieren und tauschen Windschutzscheiben, Seiten- und Heckscheiben an Pkw und Nutzfahrzeugen und kalibrieren anschließend die Fahrerassistenzsysteme. Gearbeitet wird in der Werkstatt oder mit dem Servicefahrzeug direkt beim Kunden.
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| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.600 € | 3.000 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 3.100 € | 3.600 € | 37.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.200 € | 3.700 € | 4.500 € | 44.400 € |
In tarifgebundenen Betrieben gelten die regionalen Tarifverträge für das Kraftfahrzeuggewerbe, die je Bundesland deutlich auseinanderliegen; viele Autoglas-Ketten zahlen frei verhandelt, dafür oft mit Leistungsprämien pro Auftrag. Zulagen für Rufbereitschaft, Samstagsarbeit und mobilen Service sowie die Berechtigung zur Kalibrierung von Assistenzsystemen machen im Monat einen spürbaren Unterschied.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Der Arbeitstag beginnt meist mit der Auftragsliste: mehrere Scheibenwechsel, ein paar Steinschlagreparaturen, dazu Termine bei Kunden zu Hause oder auf dem Firmenparkplatz. Bei kleinen Steinschlägen wird der Schaden mit Harz unter Vakuum verfüllt und ausgehärtet, sodass die Scheibe erhalten bleibt. Ist der Riss zu groß oder im Sichtfeld, kommt die Scheibe heraus: Zierleisten, Wischerarme, Kameragehäuse und Verkleidungen demontieren, alten Kleberaupenrest abschneiden, Rahmen vorbereiten, Primer auftragen, neue Scheibe mit Polyurethankleber setzen und ausrichten.
Ein wachsender Teil der Arbeit hat mit Elektronik zu tun. Hinter modernen Windschutzscheiben sitzen Kameras für Spurhalte-, Notbrems- und Abstandsassistenten, dazu Regensensoren, Head-up-Displays und Antennen. Nach jedem Scheibenwechsel müssen diese Systeme mit Diagnosegerät, Kalibriertafel oder auf der Fahrbahn neu eingelernt und dokumentiert werden. Hinzu kommen Fehlerspeicher auslesen, Karosserie- und Lackschäden am Rahmen erkennen, Kundengespräche, Auftragspapiere und die Abwicklung mit Versicherungen. Viele Betriebe übernehmen zusätzlich Kleinreparaturen, Räder- und Bremsenarbeiten oder Klimaservice.
Der klassische Weg ist die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker, Schwerpunkt Pkw-Technik oder Karosserietechnik. Sie steht Bewerbern mit Haupt- oder Realschulabschluss offen. Ebenso passend sind Ausbildungen als Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker oder als Fahrzeuglackierer. Für die reine Montagetätigkeit stellen Glasketten und Werkstätten auch Quereinsteiger ohne einschlägigen Abschluss ein und schulen sie intern über Wochen bis Monate an Klebesystemen, Reparaturharzen und Kalibrierverfahren. Wer dauerhaft Assistenzsysteme kalibrieren will, braucht Herstellerschulungen und eine solide Grundlage in Fahrzeugelektrik. Führerschein Klasse B ist praktisch überall Bedingung, im mobilen Service unverzichtbar.
Die Arbeit ist körperlich. Windschutzscheiben von Transportern sind schwer und sperrig, viel wird über Kopf, gebückt oder mit verdrehtem Oberkörper gearbeitet. Rücken, Knie und Schultern werden belastet, Schnittverletzungen an Glaskanten sind eine reale Gefahr, Handschuhe und Schutzbrille gehören zum Alltag. Im mobilen Einsatz wird bei Regen, Kälte und Hitze im Freien gearbeitet, wobei Klebstoffe Mindesttemperaturen und Aushärtezeiten verlangen. Die Auftragslage schwankt stark: Nach Hagel oder in den Wintermonaten mit Splittstreuung stapeln sich die Schäden, dann sind Überstunden und Samstagsdienste üblich. Sauberkeit und Genauigkeit zählen mehr als Tempo, denn eine falsch verklebte Scheibe ist ein Sicherheitsrisiko und eine schlecht kalibrierte Kamera ein Haftungsfall. Kundenkontakt gehört dazu, oft mit verärgerten Menschen und Diskussionen über Kosten und Versicherungsanteile.
Fachkräfte werden gesucht, im Kfz-Handwerk ebenso wie bei den großen Autoglas-Ketten und im Werkstattverbund. Glasschäden entstehen unabhängig von Antriebsart, das Arbeitsfeld ist vom Umbau zur Elektromobilität also kaum bedroht, im Gegenteil: Immer mehr Sensorik hinter der Scheibe macht die Arbeit anspruchsvoller und die Qualifikation wertvoller. Entwicklungswege führen zum Filial- oder Werkstattleiter, zum Kalibrierspezialisten, zum technischen Trainer oder Schadengutachter. Mit der Meisterprüfung im Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk sind Betriebsleitung und eigene Werkstatt möglich, mit einer Weiterbildung zum Kfz-Servicetechniker die anspruchsvollere Diagnosearbeit.
Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker oder zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker mit Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Für die Fahrzeugglasmontage schulen viele Betriebe auch Quereinsteiger in mehrwöchigen internen Programmen an. Herstellerschulungen zur Kalibrierung von Assistenzsystemen kommen berufsbegleitend hinzu.
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