Ausbilder Schweißtechnik Rohrleitungsbau
Ausbilder für Schweißtechnik im Rohrleitungsbau bringen Auszubildenden, Umschülern und Fachkräften das Schweißen von Stahl- und Kunststoffrohren bei und bereiten sie auf Schweißerprüfungen vor. Sie verbinden Praxis an der Schweißkabine mit Unterricht zu Normen, Werkstoffen und Arbeitssicherheit.
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Was man als Ausbilder Schweißtechnik Rohrleitungsbau verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.700 € | 4.200 € | 44.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.700 € | 4.200 € | 4.800 € | 50.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 4.800 € | 5.600 € | 57.600 € |
Das Gehalt hängt stark vom Arbeitgeber ab: In Betrieben und Ausbildungszentren des Bauhauptgewerbes gelten der Bundesrahmentarifvertrag Bau und die Tarifverträge der Bauindustrie, bei privaten Bildungsträgern wird oft frei und niedriger bezahlt. Zusatzqualifikationen wie Meister oder Schweißfachmann sowie die Leitung einer Kursstätte heben das Gehalt deutlich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Ausbilder Schweißtechnik Rohrleitungsbau?
Der Arbeitsplatz ist meist die Lehrwerkstatt mit Schweißkabinen, Rohrabschnitten und Prüfstücken. Ausbilder zeigen, wie man Rohre anfast, heftet und in verschiedenen Positionen verschweißt, etwa mit Lichtbogenhandschweißen, WIG oder MAG, bei Kunststoffrohren mit Heizelementstumpf- oder Heizwendelschweißen. Sie stehen neben den Teilnehmenden, korrigieren Brennerhaltung und Elektrodenführung, schneiden Prüfnähte auf und erklären Fehler wie Bindefehler, Poren oder Wurzelrückfall. Dazu kommt Theorieunterricht zu Werkstoffen, Zeichnungslesen, Schweißanweisungen und Unfallverhütung. Ein großer Teil der Arbeit ist Prüfungsvorbereitung für Schweißerprüfungen nach DIN EN ISO 9606 oder nach den DVGW-Regelwerken für Gas- und Wasserleitungen. Ausbilder planen Lehrgänge, dokumentieren Fortschritte, bestellen Material und halten Schweißgeräte und Absauganlagen in Ordnung.
Wie wird man Ausbilder Schweißtechnik Rohrleitungsbau?
Einen eigenen Ausbildungsberuf gibt es nicht. Üblich ist eine abgeschlossene Berufsausbildung als Rohrleitungsbauer, Anlagenmechaniker, Konstruktionsmechaniker oder in einem verwandten Metallberuf, danach mehrere Jahre Praxis auf Baustellen oder in der Fertigung mit gültigen Schweißerprüfungen. Für die Lehrtätigkeit kommen ein Lehrgang zum Schweißlehrer oder Schweißausbilder nach DVS-Richtlinie und die Ausbildereignungsprüfung nach AEVO hinzu. Viele Arbeitgeber erwarten zusätzlich eine Weiterbildung zum Meister, Techniker oder Schweißfachmann. Wer im Gas- und Wasserleitungsbau ausbildet, braucht Kenntnisse der DVGW-Arbeitsblätter, etwa GW 330 für Kunststoff und GW 350 für Stahl. Quereinsteiger ohne eigene Schweißpraxis haben kaum eine Chance.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet in Hallen mit Schweißrauch, Lärm, UV-Strahlung und Hitze statt, auch wenn Absaugung und Schutzausrüstung die Belastung mindern. Ausbilder stehen viel, heben Rohrstücke und schweißen selbst vor. Die Arbeitszeiten sind überwiegend regelmäßig und tagsüber, bei Lehrgängen für Firmen kommen gelegentlich Abend- oder Samstagstermine hinzu. Fordernd ist der Umgang mit sehr unterschiedlichen Gruppen: Jugendliche in der Erstausbildung, Umschüler mit Sprachbarrieren, erfahrene Monteure, die nur eine Prüfung verlängern wollen. Geduld ist nötig, weil Schweißen Zeit braucht und Misserfolge entmutigen. Ausbilder tragen Verantwortung für Sicherheit in der Werkstatt und müssen Prüfungsergebnisse ehrlich bewerten, auch wenn Teilnehmende oder Auftraggeber Druck machen. Normen und Regelwerke ändern sich, regelmäßige Fortbildung gehört dazu.
Aussichten
Im Rohrleitungsbau fehlen Fachkräfte, vor allem geprüfte Rohrschweißer. Netzausbau für Fernwärme, Wasserstoff, Gas und Wasser sowie der Austausch alter Leitungen halten die Nachfrage hoch. Entsprechend gesucht sind Ausbilder, die Nachwuchs und Umschüler prüfungsreif machen. Die Zahl der Stellen ist allerdings überschaubar, weil sich die Ausbildung auf wenige Bildungszentren und größere Betriebe konzentriert. Entwicklungswege führen zur Leitung einer Lehrwerkstatt oder Kursstätte, zur Tätigkeit als Schweißaufsicht oder Prüfer, mit Weiterbildung zum Schweißfachingenieur auch in Qualitätssicherung und Schweißaufsicht großer Projekte.
Aufgaben
- Schweißtechniken an Stahl- und Kunststoffrohren praktisch vorführen
- Teilnehmende an der Schweißkabine anleiten und korrigieren
- Prüfstücke beurteilen und Schweißfehler erklären
- Theorie zu Werkstoffen, Normen und Schweißanweisungen unterrichten
- Auf Schweißerprüfungen nach DIN EN ISO 9606 und DVGW-Regelwerk vorbereiten
- Lehrgänge planen und Ausbildungsfortschritte dokumentieren
- Arbeitssicherheit und Schutzausrüstung in der Werkstatt überwachen
- Schweißgeräte, Absaugung und Material bereithalten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung in einem Metallberuf, bevorzugt Rohrleitungsbauer
- Mehrjährige Schweißpraxis mit gültigen Schweißerprüfungen
- Lehrgang zum Schweißlehrer oder Schweißausbilder nach DVS-Richtlinie
- Ausbildereignungsprüfung nach AEVO
- Kenntnis der DVGW-Arbeitsblätter und einschlägigen Normen
- Geduld und Fähigkeit, Inhalte verständlich zu erklären
- Körperliche Belastbarkeit für Arbeit in Werkstatt und Schweißkabine
Wo man arbeitet
- Schweißtechnische Kursstätten und Bildungseinrichtungen des DVS
- Überbetriebliche Ausbildungszentren der Bauwirtschaft
- Lehrwerkstätten großer Rohrleitungsbau- und Anlagenbaufirmen
- Bildungszentren von Handwerkskammern
- Private Bildungsträger für Umschulung und Weiterbildung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zum Rohrleitungsbauer oder in einem verwandten Metallberuf, gefolgt von mehreren Jahren Schweißpraxis. Danach folgen ein mehrwöchiger Lehrgang zum Schweißlehrer nach DVS-Richtlinie und die Ausbildereignungsprüfung, häufig ergänzt durch Meister, Techniker oder Schweißfachmann.
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